28. März 1915 Feldpostbrief von Johann Bratenstein
 
 
 
 
 
     
 
         
    Aprement den 28. März 1915

Sehr geehrter Herr Pfarrer!

Ihren Brief und Sonntagsblatt habe ich richtig erhalten. Herzlichen Dank dafür. Ich bin jetzt wieder bei der Kompanie, die aktiven Leute sind durch Landwehrleute ersetzt worden.

In Buxieres hätte es mir sehr gut gefallen. Man hat sich wenigstens wieder als Mensch gefühlt. Ich habe mir meine Wäsche waschen lassen können, habe mich auch baden können. Denn in vorderster Stellung bei der Komp. da hat man fast keine Zeit zu schreiben. Wir mußten bei Tag Arbeitsdienst machen und bei Nacht im Schützengraben. Wenn die Unterstände, in denen wir wohnen, häuslich ausgebaut sind, dann wird es auch besser.

Lieber Herr Pfarrer, daß Wißmeier gefallen ist und Bergold verwundet, das haben mir meine Eltern schon mitgeteilt.

So geht es mir noch ganz gut und danke Gott von Herzen, daß er mir bis jetzt geholfen hat und wird mir noch weiter beistehen. Ich bin bis jetzt Gott sei Dank noch gesund, was ich auch von Ihnen und Ihrer Familie hoffe, und es wäre zu wünschen, daß der Krieg bald ein Ende nehmen möchte.

Viele herzliche Grüße
Hans Bratenstein

   
         
 
     
 
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